Photovoltaik – die Kraft der Sonne

Baden-Württemberg ist von der Sonne verwöhnt und bietet sehr gute Voraussetzungen für die Nutzung der Solarenergie. Schon heute stammen hier 8,7 Prozent des Stroms aus Photovoltaikanlagen und damit mehr als aus Wind- oder Biomasseanlagen. Zugleich gibt es noch viel Luft nach oben – das Potenzial von bislang ungenutzten Dächern, Fassaden und versiegelten Flächen ist enorm.

 

Gut geplant: Hier ist zwischen den Modulen Platz für bunte Blumen und viele Tiere. Foto: Andreas Klatt

Gut geplant: Hier ist zwischen den Modulen Platz für bunte Blumen und viele Tiere. Foto: Andreas Klatt

Freiflächenanlagen

Neben den naturschutzfachlich meist unbedenklichen Anlagen auf Dächern und an Fassaden können Photovoltaikanlagen auch auf Freiflächen entstehen. Die Stromerzeugungskosten dieser Anlagen sind geringer als bei den kleineren Dachanlagen.

Die baden-württembergische Freiflächenöffnungsverordnung erlaubt seit 2017, Photovoltaik-Anlagen nicht nur auf vorbelasteten Flächen wie ehemaligen Militärflächen und Deponien oder entlang von Bahnstrecken und Autobahnen zu errichten, sondern auch auf Acker und Grünlandflächen in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten. Die Landesregierung hat den jährlichen Zubau auf diesen Freiflächen jedoch begrenzt. Pro Jahr dürfen nur so viele PV-Freiflächenanlagen entstehen, bis ein maximaler Wert von 100 Megawatt (MW) erreicht ist. Das entspricht ungefähr einer Fläche von max. 150 Hektar. Ein einzelner Solarpark darf dabei 10 MW nicht überschreiten.

Großes Potenzial nutzen, Konflikte minimieren

Bei Photovoltaikanlagen auf Acker- und Grünflächen kann es zu einer Nutzungskonkurrenz mit der Landwirtschaft kommen. Jede technische Anlage stellt einen Eingriff in die Natur dar und kann daher zu Konflikten mit dem Natur- und Artenschutz führen. Deshalb sprechen sich BUND und NABU dafür aus, Solaranlagen bevorzugt auf Dachflächen zu errichten. Solarstrom aus Freiflächenanlagen sollte in erster Linie auf bereits genutzten und vorbelasteten Flächen wie Industriebrachen, Deponien oder Parkplätzen erfolgen. In ökologisch besonders wertvollen Gebieten wie Nationalparks, Naturschutzgebieten oder Kernzonen von Biosphärengebieten sollten generell keine Freiflächen-Anlagen gebaut werden.