Veranstaltungen

Eine zentrale Aufgabe des Dialogforums liegt in der Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Ob ehren- und hauptamtlich Aktive aus Umweltverbänden, Bürgerinnen und Bürger, politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger – ihnen allen möchten wir Wissen zu Fachthemen und Verfahrensfragen vermittelt. Wir bieten außerdem Vorträge zu unseren Schwerpunkten an und sind auf Anfrage bei Veranstaltungen mit einem Informationsstand vor Ort.

Infoveranstaltung des Dialogforums Erneuerbare Energien und Naturschutz. Foto: Alexander Gramlich

Infoveranstaltung des Dialogforums Energiewende und Naturschutz. Foto: Alexander Gramlich

Zentrale Inhalte bei Schulungen und Vorträgen sind folgende Themen:

  • Konflikte beim Ausbau der Erneuerbaren Energien wie Windenergie- und Photovoltaikfreiflächenanlagen mit dem Naturschutz und deren Lösungsansätze
  • Konflikte beim Ausbau der Verteilnetze mit dem Naturschutz und deren Lösungsansätze
  • Beteiligungsmöglichkeiten in den verschiedenen Verfahren
  • Grundlagen des Natur- und Artenschutzrechts
  • Verfassen von Stellungnahmen

 

 

Kommende Veranstaltungen

Hier finden Sie bald wieder neue Veranstaltungen

 

 

Rückblick 2026

Naturschutztage am Bodensee

03.-06. Januar 2026

Auch das Dialogforum war wie immer mit einem Stand auf den Naturschutztagen vertreten! Zudem hat das Dialogforum ein Seminar zum Thema „Grüner Strom, bunte Landschaften – Solarparks naturverträglich gestalten“ angeboten sowie eine Exkursion zum Thema „Wärmewende in der Region“ organisiert.

Vielen Dank für die guten Gespräch am Stand! Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!

 

Wärmewende in der Region – Beispiel Hilzingen

Exkursion in Kooperation mit solarcomplex im Rahmen der Naturschutztage 2026 vom 03.-06. Januar 2026 in Radolfzell
05. Januar 2026

Kommunale Wärmewende ist derzeit in aller Munde. Dabei ist die Frage, wie kann eine Gemeinde klimafreundlich Wärme erzeugen und verteilen? Hilzingen (Landkreis Konstanz) macht es beispielhaft vor: Hier sorgen regenerative Wärmenetze für eine zuverlässige Versorgung – betrieben von der solarcomplex AG.

 

Vor Ort erhielten wir Einblick, wie die Wärmewende auf kommunaler Ebene umgesetzt werden kann: Biogasanlagen liefern über Blockheiz-

kraftwerke grundlastfähige Wärme, ergänzt durch Holzhackschnitzel aus regionaler Forstwirtschaft. So greifen erneuerbare Energieträger und moderne Anlagentechnik effizient ineinander. Gleichzeitig beleuchten wir auch die Herausforderungen – etwa die begrenzte Verfügbarkeit klimafreundlicher Energieträger.

Wir besichtigten das Heizhaus in Weiterdingen sowie die Baustelle der neuen Heizzentrale in Hilzingen und sahen, wie Infrastrukturen aufgebaut werden, um ein zukunftsfähiges Nahwärmesystem zu schaffen.

Rückblick 2025 – 2023 (Auswahl)

RED III: Welche Änderungen kommen beim Ausbau der Windenergie auf uns zu?

Dienstag, 22. Oktober 2025, online

Um Ausbau von Wind- und Solarenergie weiter zu beschleunigen, wurde auf EU-Ebene eine große Richtlinien-Änderung auf den Weg gebracht: REDIII. RED steht für Renewable Energy Directive und bedeutet übersetzt „Erneuerbare-Energien-Richtlinie“. Es handelt sich um die 3. Version der Richtlinie. Die Bundesregierung hat in einem Eilverfahren den Gesetzesentwurf dazu im August 2025 verabschiedet. Dieser beinhaltet Regelungen zu Beschleunigungsgebieten, Ausnahmen und Genehmigungsverfahren. 

Doch was ändert sich konkret? Welche Auswirkungen hat die Richtlinie auf den Klimaschutz – und wie steht es künftig um den Natur- und Artenschutz?  

Um Orientierung in dem komplexen Regelwerk zu bieten, hat das Dialogforum Energiewende und Naturschutz dieses Thema aufgegriffen. In einer Informationsveranstaltung für Naturschutz-Aktive haben wir die Bedeutung der REDIII sowie die Änderungen diskutiert. Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie im folgenden Video.  

Zu Beginn ordnete Sebastian Olschewski (Umweltministerium Baden-Württemberg) die rechtlichen Neuerungen ein und erläuterte deren Bedeutung für einen naturverträglichen Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg. Anschließend stellten Sylvia Pilarsky-Grosch (BUND, Landesebene) und Rebekka Blessenohl (NABU, Bundesebene) die fachliche Sicht der Naturschutzverbände dar. Die Moderation lag bei Julius Schmidt (BUND) und Fiona Schlecht (NABU). Im Anschluss an die Beiträge fand eine offene Diskussionsrunde mit Raum für Fragen und Austausch statt, diese ist jedoch aus Datenschutzgründen nicht mehr Teil der Aufzeichnung.

 

 

Exkursion zur Solarthermie-Anlage Crailsheim
Natur- und Klimaschutz im Einklang

Freitag, 27. Juni 2025

Foto: Bruno Lorinser

Die Klimakrise stellt die zukünftige Energieversorgung vor große Herausforderungen. Baden- Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Bis jetzt stammen jedoch weniger als 20 % des Endenergieverbrauchs für Wärme aus Erneuerbaren Quellen. Die Stadt Crailsheim gehört zu den Vorreitern und gewinnt einen Teil der Wärme seit 2005 mit der Kraft der Sonne.
Doch wie sieht es im Winter aus – liefern solche Anlagen auch dann zuverlässig Wärme? Ist eine Speicherung der Wärme möglich? Und wie funktioniert solare Nahwärme überhaupt? Diese und weitere spannende Fragen wurden im Rahmen einer Anlagenbesichtigung behandelt.

 

Tiefengeothermie – Potenziale, Technik, Umweltrisiken und Praxisbeispiele

Donnerstag, 05. Dezember 2024, über Zoom

Foto: Pia Schmidt

Immer wieder wird neben der Wind- und der Solarenergie auch die Tiefengeothermie als erneuerbare und stets verfügbare Energiequelle genannt. Dabei wird Erdwärme in Tiefen zwischen 400 und 5000 Metern gewonnen, um sie als Fernwärme direkt zu nutzen. Bei Temperaturen über 90 Grad Celsius ist die Umwandlung in Strom möglich.

Prof. Dr. Ingrid Stober (Universität Freiburg), Annette Schubert (Badenova) und Henry Tünte (BUND) sind an diesem Abend den Fragen nachgegangen, welche Rolle die Tiefengeothermie bei der Energiewende spielt und welche Potenziale vorhanden sind. Es wurden Techniken vorgestellt, die Erdwärme aus der Tiefe zu nutzen, sowie Beispiele für die Nutzung der Tiefengeothermie aufgezeigt. Die Umweltrisiken der Tiefengeothermie wurden ebenfalls behandelt.

 

Exkursion auf die Flächen des Windparks Gomadingen

Mittwoch, 12. Juni 2024

Windpark genehmigt – doch wie geht es jetzt weiter? Im Genehmigungsbescheid werden Maßnahmen zum Schutz der betroffenen Arten festgeschrieben. Wie und ob diese Maßnahmen in der Realität auch umgesetzt werden, schauten sich Vertreter*innen von NABU und BUND gemeinsam mit der Firma Windkraft Schonach in Gomadingen vor Ort an. Der Windpark mit fünf Anlagen wurde im letzten Jahr genehmigt und befindet sich aktuell in der Bauphase.

Der erste Stopp führte die Gruppe auf eine der bereits gerodeten Stellflächen. Insgesamt musste für den Bau der Anlage bereits ca. ein Hektar fichtendominierter Wald gerodet werden. Etwa die Hälfte der Fläche kann nach dem Bau wieder aufgeforstet werden. Die restliche Fläche

Foto: Enviroplan

muss dauerhaft baumfrei bleiben, um im Falle von notwenigen Reparatur-Arbeiten wiederholt einen Kran aufzustellen.

Da es sich bei der Eingriffsfläche um ein Haselmaushabitat handelt, sind im Vorfeld bereits Ersatzhabitate angelegt worden. Hierfür wurden Waldflächen aufgelichtet, Haselmaushöhlen angebracht und neue Bäume sowie Sträucher wie Wildkirsche, Schneeball und Kornelkirsche angepflanzt, um ein attraktives Haselmaus- Habitat zu schaffen. Erfreulicherweise wurden die ersten Höhlen bereits angenommen (siehe Bild). Danach ging es auf eine Maßnahmenfläche zur Förderung der Fledermauspopulation vor Ort. Ein Teil des Waldes mit alten Baumbeständen wurde bereits aus der Nutzung genommen und über 30 verschiedene Fledermauskästen aufgehängt. Ob die Kästen angenommen werden, soll ein Monitoring in den kommenden Jahren klären.

Die Begehung hat allen deutlich vor Augen geführt, dass auf der einen Seite Windenergie im Wald einen großen Eingriff darstellt. Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch, dass mit einer guten Planung Konflikte minimiert und Lebensräume an anderer Stelle geschaffen und gestärkt werden können.

Bedenken rufen allerdings neue Gesetzesregelungen hervor, die in Zukunft zur Verfahrensbeschleunigung eine strategische Umweltprüfung auf regionalplanerischer Ebene lokale Untersuchungen von Vorkommen geschützter Arten ersetzt. Die umgesetzten Maßnahmen in Gomadingen stärken vor Ort vorkommende Arten. Voraussetzung für die Planung der Maßnahmen waren allerdings die durchgeführten artenschutzrechtlichen Untersuchungen. Laut Windkraft Schonach wird man in Zukunft Maßnahmen allgemeingültiger ausgestalten, um Lebensräume in ihrer Gesamtheit aufzuwerten.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer durchdachten Regionalplanung. Konfliktreiche Flächen dürfen gar nicht erst ausgewiesen werden. Nur so können Natur- und Klimaschutz auch in Zukunft Hand in Hand gehen.

 

Solarenergie auf neuen Wegen: Exkursion innerhalb der Naturschutztage 2024 vom 04.-07. Januar 2024 in Radolfzell

05. Januar 2024

Foto: Pia Schmidt

Foto: Pia Schmidt

Photovoltaik mal anders! Die Teilnehmenden waren eingeladen, verschiedene Sonderformen der Solarenergie kennenzulernen. Gemeinsam besichtigten sie zunächst eine Agri-PV-Anlage am Heggelbachhof in Herdwangen-Schönach, bei der die Module so hoch gebaut werden, dass darunter die landwirtschaftliche Nutzung möglich ist, und anschließend einen schwimmenden Solarpark in Ostrach. Vor Ort erfuhren sie von den Betreiber*innen Details zu den Anlagen und auch schon während der Fahrt gab es theoretische Informationen zur naturverträglichen Gestaltung der Freiflächen-PV und zu Sonderformen der Sonnenenergie, die bei der Energiewende eine zunehmend wichtige Rolle spielen.