Naturschutzaspekte bei der Wärmewende
Im Rahmen der Wärmewende können Belange des Natur– und Umweltschutzes direkt oder indirekt betroffen sein. Direkte Effekte entstehen beispielsweise, wenn unmittelbar durch Fassadendämmung Habitate von Brutvögeln oder Fledermäusen zerstört, Flächen zur Wärmegewinnung in Anspruch genommen oder Wärme Gewässern entzogen wird. Indirekte Effekte werden verursacht, wenn beispielsweise Strom für Wärmepumpen benötigt wird und für die Strombereitstellung durch den Bau von Windenergieanlagen Vögel und Fledermäuse beeinträchtigt werden.

Handlungsleitfaden zur Wärmewende
Folgende
Flächeneffizienz
Aus Naturschutzsicht ist ein zentrales Ziel bei der Wärmebereitstellung, Flächen so effizient wie möglich zu nutzen. Hierzu trägt sowohl die Erhöhung der Gebäudeeffizienz als auch die Auswahl moderner und flächeneffizienter Technologien bei.
Großwärmepumpen
Großwärmepumpen können im Allgemeinen als eine mit dem Naturschutz gut vereinbare Technologie bezeichnet werden. Mögliche Belastungen für Luft, Boden, Grundwasser und Oberflächengewässer lassen sich durch eine sorgfältige Planung und einen naturverträglichen Betrieb weitgehend vermeiden. Dazu gehören auch die Bündelung mit bereits bestehender Infrastruktur sowie der sichere Umgang mit Kältemitteln sowie ein möglichst geringer Flächenverbrauch.
Biomasse
In Bezug auf Biomasse sind primär Rest- und Abfallstoffe zu verwenden. Schadholz oder das ohnehin anfallende Restholz, welches bei der stofflichen Verwertung entsteht, sollten genutzt werden. Aus Mais und anderer Anbaubiomasse gewonnenes Biogas ist aus Gründen der Flächenkonkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion und der Effizienz der Energiegewinnung kritisch zu betrachten (laut Strom erzeugen als aus Mais). Im Zusammenhang mit dem Klimakrise, den dadurch geschädigten Wäldern und dem Import von Holzbiomasse ist die Herstellung und Verwendung von Holzhackschnitzeln sowie Pellets kritisch. Klar zu vermeiden sind eine Intensivierung der Waldbewirtschaftung sowie Rodungen für die energetische Nutzung von Holzbiomasse.
Solarthermie
Allerdings ist Solarthermie inzwischen nur noch in Verbindung mit großen Speichern sinnvoll (ansonsten Bevorzugung PV in Kombination mit Wärmepumpe). Bei der Umsetzung von Freiflächen-Solarthermie-Anlagen sollte durch gesetzliche Vorgaben sichergestellt werden, dass die Biodiversität der beanspruchten Flächen verbessert wird.
Wärmenetze
Wärmenetze reduzieren in Verbindung mit großen Wärmespeichern den Bedarf an Erneuerbaren-Anlagen. Bei der Planung und beim Bau von Wärmeleitungen können nachteilige Auswirkungen durch entsprechende Bodenschutzmaßnahmen und Bündelung mit anderen Infrastrukturleitungen minimiert werden.
Wärmespeicher
Wärmespeicher haben je nach Speichertyp eine geringere Flächeneffizienz und relevante Auswirkungen auf Natur und Landschaft (Erdbeckenspeicher) bzw. eine gute Flächeneffizienz und weniger Auswirkungen auf Natur und Landschaft (Welche Auswirkungen Temperaturerhöhungen im Untergrund haben, ist allerdings noch nicht wirklich erforscht. Naturschutzfachlich wertvolle Flächen sollten bei der Standortwahl kritisch betrachtet und nicht genutzt werden, sofern die Vereinbarkeit mit dem Naturschutz nicht gegeben ist.
Geothermie
Geothermie kann klimafreundliche Wärme liefern, ist jedoch je nach Standort mit Eingriffen in Boden, Grundwasser und geologische Schichten verbunden. Eine naturverträgliche Planung erfordert daher eine sorgfältige Standortwahl, den Schutz sensibler Lebensräume und Gewässer sowie eine fachgerechte Ausführung und Überwachung der Bohrungen, Grundwasser und Seismizität.
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